Schneeschuhtour durch die Wimbachklamm zum Wimbachschloss

Regen im Wimbachtal

Etwas trübe Aussichten, dafür war nicht so viel los im Wimbachtal.

Die Schnesschuhtour entlang der Wimbachklamm ist ideal, wenn man sich auf Schneeschuhen erstmal etwas eingrooven möchte. Grundsätzlich erfordert das Schneeschuhgehen keine besonderen Kenntnisse, aber das breitbeinige Gehen fühlt sich zu Beginn schon etwas ungewohnt an. Eine erste Strecke ohne große Herausforderung schadet nicht. Auch wenn die Tour zum Wimbachschloss nicht sonderlich lang und anspruchsvoll ist, empfiehlt es sich eine Thermoskanne mit einem Heißgetränk und eine kleine Stärkung im Rucksack dabei zu haben.
Vom Parkplatz geht es entlang der geräumten Straße. Bei den alpinen Steinschafen am Wimbachlehen startet der markierte geräumte Wanderweg, der zum Wimbachschloss führt. Kurz und steil führt er den Berg hinauf, dann oberhalb der ca. 200 m langen gesperrten Schlucht entlang. Wir hören das Tosen des Wimbachs in den Tiefen der Klamm, die im Winter gesperrt ist. Die riesigen Eiszapfen, die an den Klammwänden hinauf klettern, sind aber auch aus der Distanz unübersehbar und ziemlich beeindruckend. Wir nutzen für die Tour einen Schlechtwettertag. Zwar verwehrt der wabernde Nebel die Weitsicht, verleiht der Tour aber einen äußerst mystischen und geheimnisvollen Touch. Zahlreiche Bäume auf der gegenüberliegenden Seite liegen kreuz und quer und wir denken an Riesen, die sich hier  im Baumweitwurf üben, um sich ein bisschen einzuheizen.

Eiszapfen im Wimbachtal

Ziemlich riesig diese Eiszapfen in der Wimbachklamm.

Nach kurzer Zeit kommt der Weg nah an den Bach heran, das Tal öffnet sich, links von uns der mächtige Watzmann und rechts zeigt uns dem Hochkalter seine Schulter. Das Wimbachtal schlängelt sich sozusagen zwischen diesen beiden alpinen Giganten hindurch. Wir passieren eine Holzbrücke und erreichen eine geräumige Schutzhütte mit Bänken.

Gämsen in der Wimbachklamm

Das Highlight am Wendepunkt unserer Tour. Eine kleine Herde Gämsen, die im Schnee gut zu erkennen sind.

Wimbachschloss mit tierischer Überraschung

Gerne nutzen wir die trockenen Plätze für einen dampfenden Tee aus der Thermoskanne. Da es auf der Strecke im Winter keine Einkehrmöglichkeit gibt, können wir wie bereits erwähnt, einen kleinen Proviantrucksack nur wärmstens empfehlen. Sehr imposant sind die kleinen Inseln, die immer wieder den Bach teilen. Der Watzmann ragt nah in das Tal hinein und wir genießen die einsame, stille Winterlandschaft. Die Ursprünglichkeit des einzigen Alpen-Nationalparks Deutschlands, in dem wir unterwegs sind, begleitet uns mit umgerissenen Bäumen und deren schulterhohen Wurzeltellern am Wegesrand. Das Wimbachschloss (937 m), ein ehemaliges Jagdschloss, beherbergt heute eine Gaststätte, die im Winter geschlossen ist. Wer sich übrigens hier ein klassisches Schloss mit Türmen und Zinnen vorstellt, wird eher etwas enttäuscht sein. Während unserer Rast dort werden wir auf kleine dunkle Punkte aufmerksam, die sich wenig entfernt bewegen.  Aufgeregt nähern wir uns langsam an und entdecken eine Gämsenherde. Die vermittelt uns in dieser grauen Einsamkeit zumindest  ein klein wenig das Gefühl, hier nicht komplett einsam unterwegs zu sein. Wer noch eine Streckenzugabe möchte, kann die Tour fortsetzen und weiter bis zur Wimbachgrieshütte gehen. Wer sich dafür entscheidet, hat dann nochmal rund 400 Höhenmeter zu erobern. Uns reicht heute die kleine Variante. Zuerst wenig begeistert, den gleichen Weg nun zurückzugehen, sind wir überrascht, wie anders unsere Landschaftseindrücke in der sanft abfallenden Gegenrichtung sind. Wir überqueren ein großes Schneefeld, bevor wir wieder auf den verschneiten Sommerwanderweg zurückkehren. Nur das Glucksen und Gurgeln des Wimbachs unterbricht die Stille. Knapp eine Stunde nach unserem Aufbruch am Schloss erreichen wir wieder den Ausgangspunkt.
 

 

 

Infobox:

Start u. Ziel: Parkplatz Wimbachbrücke
Länge: 8,8 km
Aufstieg: 305 hm
Schwierigkeitsgrad: leicht
Einkehrmöglichkeiten: Gaststätte in der Nähe der Wimbachbrücke

Wer die Tour im Wimbachtal gut überstanden hat, der kann sich nun an die Schneeschuhwanderung hinauf zum Hirscheck wagen.

Schneeschuhverleih:
Ski Berchtesgaden Oberau, 83471 Berchtesgaden, Tel.: +49 8652 976710
Bergschule Watzmann, 83486 Ramsau; Tel.:  +49 8657 711

Wir danken dem Tourismus Berchtesgadener Land für die Unterstützung auf dieser Tour.

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