Früchtetrauf Dreifürstensteig, Mössingen

Premiumwanderweg Mössinger Früchtetrauf *Dreifürstensteig*

Zur Zeit der Obstbaumblüte ist der Früchtetrauf der Wahnsinn

Früchtetrauf Wanderwege gibt es vom Albtrauf über das Neckartal bis an den Rand des Schönbuchs: Der Dreifürstensteig bei Mössingen (13,3 km) war 2012 der Grundstein für die Früchtetrauf Premiumwanderwege.

Rund 40.000 Streuobstbäume gibt es um Mössingen. Auf der Wanderung am Dreifürstensteig wandelt man förmlich zwischen alten Kirsch-, Apfel, Birnen- und Walnussbaumbeständen verbunden mit einer großen Vielfalt an Sorten. Schon nach kurzer Zeit sind wir umgeben von Obstbäumen, deren zarte Blütenknospen sich der Sonne entgegenstrecken. Auf dem Panoramaweg Streuobst verwandelt sich das Früchtesymbol von grün in rot, wir sind auf dem Dreifürstensteig. Auf den Informationstafeln lesen wir über die Initiativen „My Bäumle.de“ und „My Stückle.de“ und sind fasziniert von der Idee, die Erhaltung der alten Streuobstwiesen aktiv unterstützen zu können. Für die volle Blütenpracht sind wir noch einen Wimpernschlag zu früh unterwegs, aber in wenigen Tagen kann man hier ein wahres „Schwäbisches Hanami“ erleben.

Streuobstwiese

Noch sind wir ein paar Tage zu früh unterwegs, aber dann explodiert die Natur hier förmlich.

Blütenalarm
Ein Wiesenpfad flankiert von Wacholderhecken führt uns hinauf zur Olgahöhe. Hier blicken wir hinunter auf die prachtvollen Obstbaumgürtel, die zarten Blüten sehen ein bisschen aus wie geballte Schneeflocken im Frühling. Sitzbänke, Grillstellen und Spielplatz machen Laune auf eine lange Vesperpause! Offensichtlich wurde der stimmungsvolle Platz am Abend zuvor von einigen Partyvögeln genutzt: Leute, werft euren Müll doch bitte in die vielen dafür bereitstehenden Tonnen! Weiter geht es über die mit Blumen gespickte Wiese hinunter ins Buchbachtal. Entlang dem plätschernden Buchbach und begleitet von Vogelgezwitscher tauchen wir in Mischwald ein. Reichlich Knoblauchduft liegt in der Luft und dann entdecken wir den Bärlauchteppich, der sich rechts und links ausbreitet. Schmalere und breitere Wege und Pfade im Wechsel leiten uns mal mehr mal weniger sanft bergauf in Richtung Dreifürstenstein. Der finale Kilometer hinauf zur höchsten Erhebung führt uns in engen Serpentinen vorbei an grauen Felsen, die nahezu frei schweben. Die Ankunft auf dem Dreifürstenstein ähnelt einer Ameisenstraße. Keine Frage auch der Albsteig führt hier lang.

Burg Hohenzollern

Das Wahrzeichen der Schwäbischen Alb ist auch von hier gut zu erkennen – Burg Hohenzollern

Abgerutscht, der Mössinger Bergrutsch
Das sonnige Wetter nutzen viele für einen Sonntagsausflug und es braucht etwas Geduld bis wir für die 180-Grad Aussicht in der ersten Reihe stehen. Leider ist es zu diesig, um den auf der Panoramatafel angekündigten Alpenblick zu haben, aber Burg Hohenzollern gibt sich die Ehre. Kaum haben wir den Tummelplatz rund um den Fürstenstein verlassen, kehrt schnell wieder Ruhe ein. Der Hirschkopf kündigt sich in zwei Kilometern auf dem Wegweiser an und schon bald sehen wir durch den Wald die riesige Abbruchfläche des Bergrutschs. Da läuft es uns echt kalt den Rücken runter! 1983 gerieten hier innerhalb von vier Stunden vier Millionen Kubikmeter Erde und Geröll mit einem Gesamtgewicht von über acht Millionen Tonnen in Bewegung. Wir schlängeln uns den Pfad hinunter und nutzen die Chance, uns von Bergrutschführer Armin Dieter durch das Gebiet führen zu lassen.

Armin Dieter ist der einzige Bergrutschführer Deutschlands

Armin Dieter ist der einzige Bergrutschführer Deutschlands und weiß viel Wissenswertes zu erzählen.

Dieter kennt das Areal wie kein zweiter. Sehr eindrucksvoll berichtet er über die Geschehnisse und Veränderungen des Areals in den vergangenen 35 Jahren. „Nach dem Bergrutsch war hier eine Steinwüste, eine sogenannte biologische Nullzone“, erläutert Dieter und hält zum Beweis eines der vielen Dokumentationsfotos in die Luft. Nach einer Stunde verabschiedet er uns am Parkplatz Bergrutsch und wir machen uns auf den Weg Richtung Talheim. Am Buberg entdecken wir den nächsten Erdrutsch und nach einer köstlichen Einkehr am Sportplatz tätscheln wir uns auf der Wellnessschaukel zufrieden den vollen Bauch. Nach einer weiteren Waldpassage nehmen wir nochmal ein Streuobstblütenbad, über uns tanzen Segelflugzeuge und wir landen wieder sicher auf dem Panoramaweg Streuobst.

Infobox:

  • Länge: 13,3 km (ca. 4,5 h) mit unserem Zuweg ca. 17,5 km
  • Höhenmeter Aufstieg: 568 m
  • Höchster Punkt: 854 m Tiefster Punkt: 523 m
  • Parkmöglichkeiten: Wanderparkplatz Olgahöhe oder Parkplatz am Friedhof und kurzen markierten Zuweg nutzen.
  • Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten:
  • Einkehr: Zum Talwirt (Sportheim TSV Talheim) (ca. 300 m vom Wanderweg entfernt), www.talwirt.de.
  • Übernachtung der Autoren: Fischer´s Hotel Garni, 72116 Mössingen, www.hotel-garni-moessingen.de
  • Karten und Wanderführer: Wander- und Fahrradkarte: Mittlere Alb/Münsinger Alb (Nr. 779), Kompass Verlag, ISBN: 978-3-99044-367-5. Ein Wanderflyer ist bei der Tourismus-Info erhältlich.
  • Ansprechpartner: Tourismus-Info, Freiherr-vom-Stein-Straße 20, 72116 Mössingen, Tel.: +49 (0)7473 370 120, tourismus@moessingen.de
  • Links: www.dreifürstensteig.de, www.früchtetrauf.de, www.moessingen.de, www.mybäumle.de, www.stueckle.de, www.schwaebischealb.de/wandern
  • Besondere Tipps: Bergrutschführung am Hirschkopf durch Armin Dieter, www.alberlebnis.de oder Nutzung des ausgeschilderten Bergrutsch-Wanderwegs 1+2; Besichtigung des im Juli 2018 eröffneten Streuobst-Infozentrums auf dem Pausa-Areal in Mössingen (www.streuobstparadies.de/Entdecken/Streuobst-Infozentrum-in-Moessingen) und Besuch des Cafe Pausa.

Vielen Dank an den Schwäbische Alb Tourismusverband für die Organisation und Einladung zu diesem Outdoor-Erlebnis im Rahmen einer Pressereise.

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