Almabtrieb, Viehscheid und Kirchtagsfest – herbstliches Brauchtum im Alpbachtal, Tirol

Wenn das laute Glockenkonzert aus der Ferne zu hören ist und die bunten Farbtupfer ganz langsam voranschreiten, krabbelt einem eine sanfte Gänsehaut über den Rücken. Die Kühe und ihre Begleiter haben es dann fast geschafft und den größten Teil der Strecke des Almabtriebs in Reith hinter sich gebracht. Nun werden die feschen Vier- und Zweibeiner auf der „Flaniermeile“ im Ortszentrum von Reith noch vom lauten Applaus der dicht an dicht stehenden Einheimischen und Touristen empfangen. Den Duft des heimischen Stalls bereits in der Nase sind die Tiere nicht mehr zu bremsen. Den Treibern bleibt kaum Zeit für ein Schnäpschen oder Ratschen mit den Zuschauern. An den beiden letzten Samstagen im September kann man dieses traditionsreiche Treiben in der Ferienregion Alpbachtal bestaunen. Am letzten Sonntag im September schließt sich ein weiteres Brauchtum an, das Kirchtagsfest, das im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach stattfindet.

Schmuckglocke für den Almabtrieb

Festlich mit Glocken geschmückt werden die Tiere beim Almabtrieb im Alpbachtal, Tirol

WERBEHINWEIS: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Alpbachtal & Tiroler Seenland. Auf Art, Inhalt und Umfang unseres Artikels hat dies jedoch keinen Einfluss.
 

Aufwändige Vorbereitung für den Almabtrieb in Reith 

So ein Almabtrieb besser gesagt gleich zwei, verbunden mit den Feierlichkeiten wird trotz viel Erfahrung auch in Reith nicht aus dem Hut gezaubert. Es braucht zahlreiche Helfer und eine gute Planung. Wahrscheinlich könnte man sagen, das ganze Dorf mit all seinen Vereinen, Betrieben, Gasthäusern und Hotels ist eingebunden. Alles wird fein herausgeputzt, auch die Tiere auf den Almen erhalten in der Woche vor dem Abtrieb eine kleine Schönheitskur. Die Vierbeiner werden gewaschen, gebürstet, gekämmt. Der Kopfschmuck und die riesigen Glocken werden hergerichtet für den großen Tag. Bereits im 44. Jahr findet der Reither Almabtrieb 2026 statt. „Es braucht ein eingespieltes Team von Helfern für die Vorbereitung des Almabtriebs, zum Binden der Kopfbüschel, zum Schmücken der Tiere und natürlich auch, um die Tiere hinunter ins Tal zu begleiten“, erklärt uns Martin Kronthaler bei unserem Besuch auf der Luega Alm in Inneralpbach. Er bewirtschaftet die Alm in Inneralpbach seit rund 50 Jahren. Nicht nur für die Tiere ist der Tag besonders, auch für ihn. „Wenn man oben auf der Alm losgeht, ist das schon emotional. Es gehen einem viele Gedanken durch den Kopf und es wird einem klar, dass in wenigen Stunden alles vorbei und wieder eine Almsaison zu Ende ist!“

Geschmückte Kuh im Alpbachtal

Der bunte Kopfschmuck wird von den Tieren mit großem Stolz getragen. Eindrücke vom Viehscheid im Alpbachtal, Tirol.

Gespanntes Warten auf die „Heimkehrer“ in Reith beim Viehscheid

Seit den frühen Morgenstunden sind bereits viele Dorfbewohner auf den Beinen. Rund 23 Vereine und Organisationen bereiten gemeinsam den traditionellen Bauernmarkt und den Almabtrieb vor: Sie sorgen für das leibliche Wohl, eine reibungslose Logistik, stellen Buden und Bühnen auf, die von regionalen Betrieben mit Kunsthandwerk etc. bestückt werden und den Musikkapellen für den Auftritt dienen. Als wir gegen 9 Uhr durch den Ort spazieren, ist es noch recht ruhig. Die Marktstände werden mit Waren bestückt, Touristen sind noch Fehlanzeige. Was sich jedoch rasch ändert. Denn Glockenschlag 10 Uhr, wenn die Bundesmusikkapelle die Veranstaltung an den letzten beiden Samstagen im September eröffnet, wimmelt es auf den Straßen wie in einem Ameisenhaufen. Die einziehenden Musikanten marschieren durch ein enges Zuschauerspalier. Einen ersten Halt machen sie beim Stockerwirt, einem alt eingesessenen Hotelbetrieb. Dort warten die Wirtsleute mit einem Schnaps zur Stärkung, bevor es weitergeht bis zur Bühne an der Pfarrkirche St. Petrus, wo dann weiter musiziert wird.

Musikant und Schnaps

Traditionell wird der Almabtrieb in Reith im Alpbachtal von der Bundesmusikkapelle eröffnet.

Traditionsreiches Unterhaltungsprogramm aus den Alpen beim Almabtrieb in Reith

Nach dem musikalischen Auftakt erwarten die Zuschauer traditionelle Darbietungen aus dem Alpenraum. Um uns herum knallt es: Die Rottacher Goasslschnalzer lassen ihre Peitschen gekonnt durch die Luft schnellen, dabei wird ein lauter Knall erzeugt. Auch die Erpfendorfer Alphornbläser überbrücken die Wartezeit auf die „Hoamfahrer“, wie die von den Almen heimkehrenden Bauern und Tiere im Dialekt bezeichnet werden. Acht bis zehn Bauern beteiligen sich meist an der Tradition des Almabtriebs. Rund 150 Tiere, überwiegend Tiroler Fleckvieh, werden pro Samstag im Dorfzentrum erwartet. Die Kühe machen oft ordentlich Kilometer bis sie ihren Heimatstall erreichen. Die Almen, auf denen die Tiere den Sommer verbringen, liegen teils bis zu 30 Kilometer entfernt in der Achensee Region und im Zillertal.

Musikanten und Goaslschnalzer mit Peitschen

Gelebtes Alpen-Brauchtum präsentieren verschiedene Gruppen, wie die Rottacher Goasslschnalzer beim Viehscheid im Alpbachtal, Tirol

Kulinarische Schätze gehören zum Almabtrieb in Reith dazu

Warten macht hungrig! Am Stand der Bäuerinnen reißt die Schlange nicht ab: 40 Kilogramm Hefeteig haben sie vorbereitet. Flink ziehen sie die kleinen Kugeln in Form, die dann in heißem Fett ausgebackenen werden. Kiachl mit Preiselbeeren sind von diesem Festtag nicht wegzudenken. Beim ersten Biss in das noch warme Fettgebäck blickt Thomas genießerisch gen Himmel! An zahlreichen Ständen werden weitere regionale Gerichte angeboten. So bereitet die Jugendfeuerwehr in einer Riesenpfanne z.B. das typische Melchermuas aus Mehl, Milch und Butter zu. An einem anderen Stand duftet es nach warmem Käse, hier gibt es Käsnocken. Wer nach den habhaften Köstlichkeiten etwas zum Verdauen braucht, darf sich vertrauensvoll an die jungen Marketenderinnen wenden. An einem Riemen über die Schulter tragen sie ein kleines Holzfass und schenken daraus hochprozentigen Obstler aus, der sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut.

Kiachl baden in heißem Fett

Herbst-Highlight – Stark nachgefragt sind beim Almabtrieb in Reith die kulinarischen Spezialitäten wie die handgemachten Kiachl mit Preiselbeeren der Bäuerinnen.

Handwerkskunst zum über die Schulterschauen

Neben den kulinarischen Verführungen gibt es an den verschiedenen Ständen auch (Kunst-)Handwerkliches zu kaufen. Auch kann direkt beim Fertigen der Kunstwerke zuschauen. Geschickt sticht Georg Leitner unter dem neugierigen Blick der Zuschauer die Ahle durch einen festen Ledergürtel. Eingefädelt in das einfache Loch-Werkzeug  hat er den dünnen Streifen eines Federkiels, der von einer Pfauenfeder stammt. Der Reither ist einer von fünf hauptberuflichen Federkielsticker in Tirol und das seit über 40 Jahren. Er stellt die sogenannten Ranzen her. Diese mit Federkielstickerei verzierten Schmuckgürtel werden in Tirol zur Lederhose getragen. Mithilfe einer handgemalten Schablone überträgt er das Muster auf das Leder, bevor es mit Ahle und Federkiel nachgestochen wird. Blumenmuster und -ranken stickt er Freihand und kein Gürtel gleicht dem anderen. „Häufig kommen die überwiegend männlichen Kunden mit konkreten Wünschen und wollen Familien- oder Zunftwappen dargestellt haben. Dann mache ich einen Entwurf und gemeinsam entwickeln wir diesen auf dem Papier weiter, bis es passt“, erklärt Georg. Generell gibt es viele Individualisierungsmöglichkeiten: So hat sich beispielsweise ein eingefleischter AC/DC-Fan den Original-Schriftzug der Band auf seinem Ranzen gewünscht. Wer bei Georg einen Ranzen beauftragt, bekommt ein Schmuckstück, das komplett von ihm gefertigt ist: Nicht nur die Bestickung, sondern den kompletten Gürtel inklusive handbeschlagener Messingschnalle stellt er her. „So ein Ranzen wird häufig in der Familie vom Großvater oder Vater weitergegeben und ist auch ein Erbstück, das mit zunehmendem Alter und Patina immer schöner wird“, erklärt er stolz.

Federkielsticker Georg Leitner

Federkielsticker Georg Leitner bestickt einen sogenannten Ranzen, der zur Lederhose getragen wird.

Gänsehautatmosphäre zum Abschluss des Almabtriebs

Im Dorfkern stehen die Zuschauer zwischenzeitlich dicht an dicht, das Straßenbild erinnert an die Tour de France. Wir haben uns an den wenige Gehminuten entfernten Ortsrand auf Höhe des Pirchnerhofs verzogen, dort stehen nur ganz vereinzelt einige Menschen und warten geduldig. Fahrzeuge lässt die Feuerwehr hier nicht mehr passieren. Ein gutes Zeichen, dass die erste Gruppe nicht mehr lange auf sich warten lässt. Lautes Glockenläuten kündigt die „Hoamfahrer“ an. Dann sehen wir die ersten prächtig geschmückten Kühe von Landwirt Hansjörg Leitner vom Steinberghof, die den Sommer auf der Pletzachalm verbracht haben. Der Schmuck ist ein gutes Zeichen, denn dann ist die Almsaison gut verlaufen und Menschen und Tiere blieben unversehrt. Vorweg geht die Leitkuh, geschmückt mit einem bestickten Schild mit der Aufschrift: „Grüße von der Alm“ und dem Gemeindewappen von Reith im Alpbachtal. Stolz tragen die Tiere die großen Prunkglocken um den Hals und den etwa einen Meter hohen Reisig-Büschel auf dem Kopf. Verziert sind diese mit Wappen, geflochtenen Kränzen und Kunstblumen in leuchtendem Pink, Gelb und Blau. Hier wird auf Wiederverwendbarkeit geachtet. Eine Gänsehaut krabbelt bei diesem fast kitschigen Anblick über meine Arme. Im Ortszentrum kündigt der Moderator die ankommenden Tiere vom Steinberghof an. Vom Publikumsapplaus und den Juchzern der Treiber lassen sich die Tiere nicht beeindrucken. Sie laufen unbeirrt ihrem Stall entgegen, den Weg kennt die Leitkuh im Schlaf. Kurz vor 14 Uhr trifft für heute die dritte und letzte Gruppe, die Kühe vom Zotnhof, im Dorf ein. Resi, die Schlusskuh, aus der Gruppe der Erstankömmlinge, ist längst in ihrem Stall angekommen und genießt Futter und Ruhe im altbekannten Zuhause!

Geschmückte Kuh beim Almabtrieb

Die Hauptakteure beim Almabtrieb sind die geschmückten Kühe, die nach dem Sommer auf der Alm in den heimischen Stall zurückkehren.

Termine Almabtrieb 2026 in Reith im Alpbachtal:

Viehscheid, Almabtrieb und Bauernmarkt: 19.09.2026 & 26.09.2026, jeweils ab 10 Uhr

Kirchtagsfest 2026 in Kramsach im Alpbachtal:

Kirchtagsfest: 27.09.2026, ab 9.30 Uhr (Festgottesdienst) im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach;

Der gesamte Veranstaltungskalender des Alpbachtals.

 

Kirchtagsfest im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach

Mit einem donnernden Kanonenschlag schießen die Wildschönauer Sturmlöder den Kirchtag in Kramsach ein und bringen das Areal am Museum Tiroler Bauernhöfe zum Beben. Ein langer Zug geladener Vereine aus ganz Tirol setzt sich in Bewegung und marschiert hinunter zum Hauptplatz. Hier auf der Wiese findet die traditionelle Feldmesse statt; erinnernd an den religiösen Ursprung des Kirchtags, wird dafür gedankt, dass alle Menschen und Tiere nach einem Sommer auf den Almen wieder gut im Tal angekommen sind. Den Gottesdienst beendet der Kramsacher Pfarrer Martin Schmid mit dem Friedensgruß: „Gehet hin in Frieden, doch bleibets hier und trinkt a Halbe Bier!“ Rundherum macht sich ein breites, durstiges Lächeln in den Gesichtern breit.

Kanonenschlag zum Kirchtagfest

Feierliche Eröffnung mit Kanonenschlag beim Kirchtagfest im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach, Tirol

Festtag zwischen der alten Tiroler Bauernhaus-Architektur

Gefeiert wird der Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach seit 1977 immer am letzten Sonntag im September. 2025 feierte das Museum das 50-jährige Bestehen. 14 Bauernhöfe und 24 Nebengebäude sind hier wieder originalgetreu aufgebaut. Über das Areal wurde die geografische Karte Tirol gestülpt: „Die Höfe stehen an ausgewählten Positionen, sodass man um Tirol herumspazieren kann. Man startet von der Mitte Tirols, dem Brennerpass, weiter ins Unterland, über Ost- und Südtirol mit den Seitentälern wieder zurück ins Wipptal“, erläutert Dr. Thomas Bertagnolli, wissenschaftlicher Leiter des Museums.

Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe

Einzug der Vereine beim Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach, Alpbachtal, Tirol.

Die Besonderheit am Kirchtag ist, dass in zahlreichen Höfen, traditionelle Handwerke, wie z. B.das Korbflechten und Hufschmieden gezeigt werden oder auch musiziert wird. Wenn man das bunte Kirchtagstreiben umfänglich genießen will, bleibt man am besten auf dem Hauptplatz, umgeben vom Gwiggenhof, dem Zillertalerhof und der Sumerau Hof. Hier werden ganz frisch allerlei Schlemmereien wie die Kaspressknödel, Moosbeernocken, Kiachel mit Kraut oder Preiselbeeren und die Prügeltorte zubereitet. Aussichtsreich ist es ebenfalls, denn von vier Plattformen hat man den Blick aus der Vogelperspektive und man kann zum Kaisergebirge und bei guten Bedingungen bis ins Glocknergebiet schauen.

Alphornbläser im Alpbachtal

Musik mit Aussicht im Museum Tiroler Bauernhöfe

Infobox über das Alpbachtal

Zur Region Alpbachtal

Mitten im Herzen Tirols liegt die Tourismusregion Alpbachtal mit ihren neun authentischen Dörfern und Rattenberg, der kleinsten Stadt Österreichs. Umrahmt von den schroffen Berggipfeln des Rofangebirges und den grünen Grasbergen der Kitzbüheler Alpen, liegt die Region ca. 40 Kilometer südlich vom Grenzübergang Kufstein.

Anreise mit dem Auto

Die Tourismusregion Alpbachtal liegt ca. 40 Kilometer südlich vom Grenzübergang Kufstein und ist über die A8 erreichbar. Auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen besteht grundsätzlich Vignettenpflicht.

Anreise mit dem Flugzeug bzw. der Bahn
Der nächstgelegene Flughafen in Innsbruck ist ca. 40 km entfernt. Die Bahnanreise ist mit dem Schnellzug (ICE/IC/EC) bis zum Bahnhof Jenbach oder zum Bahnhof Wörgl praktisch; dann geht es weiter mit den Regionalbussen.

Weitere Informationen
Tourismusverband Alpbachtal & Tiroler Seenland, Zentrum 1, A-6233 Kramsach/Tirol
Tel. +43 5337 21200, E-Mail:  
info@alpbachtal.at, https://www.alpbachtal.at

Übernachtungsmöglichkeiten
Es stehen überwiegend kleinere, familiengeführte Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in den unterschiedlichen Sterne-Kategorien zur Verfügung. In Kramsach gibt es zusätzlich drei Campingplätze. Die Autoren waren im Gasthof Jakober, Alpbachtal, www.gasthof-jakober.at und in einem Schlaffass auf dem Campingplatz Seeblick Toni, Kramsach, https://www.camping-seeblick.at/, untergebracht.

Karten und Wanderführer
Wanderkarte Alpbachtal Seenland
, Kompass Verlag, 1:25 000, EAN: 978-3-99154-3077

Wanderführer Kitzbüheler Alpen, Bergverlag Rother, EAN: 978-3-76334-1344


Traditionelle Prügeltorte

Kaum verteilt Linda Mader die erste dünne Teigschicht über der eingehängten Walze bleiben neben uns die ersten Besucher am Stand am Kirchtagsfest stehen. Eine ganze Weile müssen wir uns noch gedulden, bis die in vielen Schichten über dem offenen Feuer gebackene Prügeltorte noch warm vernascht werden kann. Den Namen hat das Gebäck von einem dicken Holzstock bekommen, denn ursprünglich wurde der Teig tatsächlich auf einen solchen Prügel aufgetragen und über offenem Feuer gebacken. Bei besonderen Anlässen, wie dem Kirchtagsfest, wird auch noch über offenem Feuer gebacken. Im Geschäft der Familie Mader in Kramsach wird die Prügeltorte seit 1989 in traditioneller Handarbeit hergestellt. Unter der Woche ist dort jeden Tag Backtag und auf fünf Walzen wird das Naschwerk parallel hergestellt. „Die Teigrezeptur ist einfach und besteht aus vier Zutaten: Mehl, Butter, Eier und Zucker jeweils zu gleichen Anteilen. Wichtig sind mir die regionalen Lieferanten! Die Butter bekommen wir aus einer Heumilch-Sennerei im Zillertal und fünf umliegende Bauernhöfe beliefern uns mit Eiern“, erklärt Linda Mader, die den Betrieb 2022 von ihren Eltern übernommen hat. „Fünf Schichten hat die Torte bei uns und bei der letzten entstehen dann auch die typischen Zacken, wenn der Teig auf die rotierende Walze aufgetropft wird.“ www.pruegeltorten.at/

traditionelle Prügeltorte

Süße Früchtchen von Floberry

Köstlich süß duftet es in der Arbeitsküche von Naomi und Florian Hechenblaikner. Im 100 Liter fassenden Kupferkessel blubbert die Waldbeerenmarmelade. 2007 hat das Paar damit begonnen, einen eigenen Obstanbaubetrieb aufzubauen. Nach und nach kam die Weiterverarbeitung der eigenen Früchte dazu. Zwischenzeitlich umfasst das Angebot Marmeladen, Chutneys, Sirup, Ketchup und Liköre. In mehr als 35 Geschäften in ganz Tirol gibt es ihre regionalen Köstlichkeiten unter dem Label Floberry zu kaufen. Die Kunden schätzen es, dass die Früchte vollreif geerntet werden; Florian setzt beim Anbau auf biologischen, natürlichen Dünger und Pflanzenschutz und auf kurze Transportwege. Naomi ist stolz darauf, „dass alles, was ins Glasl kommt, aus dem eigenen Anbau stammt.“ Neben den klassischen Sorten wie Marille und Erdbeere entstehen regelmäßig neue Kreationen, wie z.B. Himbeer-Basilikum, Brombeer-Zitronengras oder auch die „Lustige Zwetschge“. Auf den Herbst und Winter freuen sich die beiden besonders, da ist beim Einkochen der Früchte Teamarbeit und der Blick auf den Mondkalender angesagt. „An den sogenannten Feuertagen, kocht die Marmelade deutlich schneller auf, was gut für Geschmack, Haltbarkeit und den Energieverbrauch ist“, erklärt uns Naomi bei unserem Besuch. www.floberryshop.at

leckere Marmeladen von FLOWBERRY


Alles Käse – Alpbachtaler Heumilchkäserei

Ein Geburtstagskind ist die Heumilchkäserei: 1945 im Zentrum von Reith gegründet, feiert sie dieses Jahr den 80. Geburtstag und steht gut da. Im luftigen Verkaufsraum kann man durch ein großes Schaufenster einen Blick in die Produktion werfen. Richtig spannend wird es täglich gegen zehn Uhr, dann wird das Käse-Molkengemisch in die Formen gefüllt. Rund drei Millionen Liter Milch, von etwa 60 regionalen Bauern, werden jährlich zu Kuhmilch-Käsespezialitäten verarbeitet. Von der Kohlgrubenalm am Wiedersberger Horn wird die Milch aus luftigen 1.606 m Höhe abgeholt. Bestseller unter den mehr als 20 hergestellten Berg- und Schnittkäsesorten sind Berg-, Horn- und Kellerkäse. Bei der freitags stattfindenden, geführten Schmankerl-Tour durch Reith, werden verschiedene Betriebe erwandert, auch die Käserei liegt auf der Strecke. www.kaeserei-reith.atfeinster Heumilchkäse

Unsere Wanderhighlights als Ergänzung zum Almabtrieb

Hoch hinauf, in Tallage oder auch in wohltemperierten Klammen, lässt es sich im Alpbachtal gut wandern. Eine aussichtsreiche Wanderung führt z.B. hinauf auf den Gratlspitz (1.899 m), den Hausberg von Alpbach. Der Aufstieg ist durchaus schweißtreibend, man wird auf dem Weg zum Gipfel belohnt mit abwechslungsreichen Wegabschnitten. Auch eine großartige Aussicht in alle Himmelsrichtungen ist inklusive: Kitzbüheler Alpen, Großer Rettenstein und Wiedersberger Horn (2.127 m). Dort hinauf führt im Übrigen auch eine Wanderung. Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, nutzt für den ersten Anstieg die Bergbahn bis zur Bergstation. In tieferen Lagen gibt es eine Wanderung durch die Tiefenbachklamm. Die gesicherten Wege und Pfade führen teilweise sehr nah an den dicken Felsbäuchen vorbei. Es geht mal mehr, mal weniger nah am temperamentvollen Wasser entlang und man genießt den freien Blick in den Himmel. Am Ein- und Ausgang der Klamm gibt es Badestellen, dort kann man Füße und Waden erfrischen. Unser Highlight ist die kleine Aussichtsplattform, auf der man gefühlt frei über der Schlucht, umgeben von den Wassermassen, schwebt. 

Alphornbläser im Morgengrauen

Wer beim Anblick des Fettgebäcks Lust bekommen hat, selber mal etwas in der Natur zu backen oder zu kochen, wird auf unserer Rezeptgenuss-Seite fündig.

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