Genießerpfad – Harmersbacher Vesperweg

Picknicken mit Aussicht

Der Name dieses Schwarzwälder Genießerpfads ist hier auf der Runde Programm und wird auf jedem Wanderkilometer in irgendeiner Form zelebriert. Bereits am Einstiegspunkt stimmt uns eine Installation bestehend aus einem Vesperbrett und einem Krug auf die kulinarische Strecke ein. Wer nicht schon einen gut gefüllten Vesperrucksack dabei hat, kann wie wir die Einkaufsmöglichkeit im Danisenhof nutzen, um deftige 100% Schwarzwälder Wurst-und Schinkenspezialitäten zu erstehen. Nach dem ersten Kilometer auf einem befestigten Waldweg überrascht uns beim Hubhof das sogenannte Brunnenhisli, ein „Safe“, der mit handlichen Getränkeflaschen bestückt ist, wo wir gerne gegen einen kleinen Obulus zugreifen. Nach kurzer Zeit wartet schon die nächste Überraschung auf uns.

Schwarzwald, wandern, geniessen

Zu Beginn lockt schon die erste Vesperpause.

Sitzen bleiben erwünscht

Ein 30 m langer Weißtannen-Stamm, den die Mitarbeiter vom Oberharmersbacher Bauhof in ein geniales Picknick-Ensemble verwandelt haben! Hier findet eine Großfamilie lässig Platz und kann während der ersten Vesperpause den romantischen Blick hinunter ins Dorf genießen. Weiter geht es hinauf durch eine Obstwiese, die im Frühjahr ein wahres Schwarzwald-Hanami bietet. Plötzlich erscheint wie aus dem nichts eine weiße Kuppel, die sich nach und nach als Sternwarte mitten im Grünen entpuppt. Leider ist der Zugang zur Sternenshow für die Öffentlichkeit nicht möglich. Dann folgt wieder eine Waldpassage und von weitem kündigt sich erneut ein Rastplatz an. Einer der mit einer großen Portion Augenzwinkern gebaut wurde. Der Tisch hat die Form eines Vesperbretts, besonders außergewöhnlich sind die Sitzgelegenheiten, die an freche Bengel mit heruntergelassenen Hosen erinnern. Passend dazu das Schild mit einem Mundartspruch  über den Garderobenhaken, hier wurde an alles gedacht was das Verweilen noch gemütlicher macht.

Schwarzwald, wandern, geniessen

Der Aufforderung folgt man doch gern.

Gut inszeniertes Panorama

Kaum sind wir wieder in unserem Gehtempo eingeschwungen, hindert uns eine riesige Hängematte am Weitergehen und es ist eine kleine Chill-Runde angesagt. Bei gutem Wetter blitzt hier die Sonne zwischen den Bäumen hindurch und bei Regen bilden diese einen sicheren Wasserschutz. Dann können zwischen zwei Streckenvarianten wählen: Über Asphalt führt die eine zur Vesperstube Langenberg, wir entscheiden uns für den Weg am Waldrand entlang. Egal welchen Weg man nimmt, den riesigen „Pano(rahmen)“ verpasst man nicht. Der überdimensionale Holzrahmen setzt das hügelige Umland wunderbar in Szene und selbst Selfie-Gegner können hier schwach werden. Wir haben großen Spaß dabei uns in die Landschaft mit den Vogesen im Hintergrund zu integrieren und Erinnerungsfotos zu schießen. Den Brandenkopf samt Turm, den Hausberg Oberharmersbachs, bekommen wir zwar durch den Rahmen nicht ins Bild gerückt, aber er ist von hier bestens zu sehen. Die Arrangements am Wegesrand sind so liebevoll inszeniert, dass für uns die Wege- und Bodenbeschaffenheit ziemlich in den Hintergrund tritt.

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Für alle die gerne mal aus dem Rahmen springen möchten. 🙂

Kuschelecke

Kein Hexen- sondern ein Schmusehisli wartet nach einem weiteren sanften Anstieg am Waldrand auf uns Wanderer. Widerstand ist zwecklos, hier müssen wir uns erneut niederlassen und verträumt in die Landschaft blicken. Nochmals Kompliment an die Mitarbeiter vom Bauhof, die diese überdachte Wellnessliege mit karierten Vorhängen, herzigen Fensterläden und Blumenkästen versehen haben. Bald stoßen wir mitten im Wald auf die Kreuzsattelhütte, die vom Schwarzwaldverein bewirtschaftet wird, ab hier folgen wir auch parallel dem Westweg, dem Flaggschiff-Streckenwanderweg im Schwarzwald. Der nächste Kilometer führt auf einem Forstweg durch dichten dunklen Schwarzwald bevor dieser sich wieder öffnet und wir zu einer weiteren Installation, einem Fernrohr gelangen, das unseren Blick zum Kupferberg sowie dem großen und kleinen Hundskopf leitet. Jetzt ist auch der höchste Punkt der Tour erreicht und es geht nun fast permanent sanft abwärts. Der Weg gestaltet sich für einige Zeit richtig pfadig bevor sich drei schon von Weitem erkennbare gigantisch große Sitzgelegenheiten mit je drei Meter Höhe präsentieren. Wir genießen erneut den Blick in die Vogesen und kehren im Harkhof zu einem deftigen Wurstsalat ein.

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Im Harkhof gibt es nicht nur Wurstsalat zur Stärkung

Vom Harkhof geht es weiter durch den im Frühjahr in den unterschiedlichsten Grünschattierungen schimmernden Wald, immer wieder begleitet von Ausblicken hinunter ins Tal. Auf dieser Passage werden wir noch von einigen Installationen überrascht, die wir aber nicht verraten. Anspruchsvoll wird es anschließend, ein schmaler, wurzliger Pfad führt uns steil nach unten. Bei Nässe muss man sich hier auf eine Rutschpartie einstellen. Zum Abschluss bietet sich dann wieder eine entspannte Passage. Unser Blick wird nochmal auf die teilweise mit Windrädern bestückten Schwarzwalderhebungen gelenkt, die im Nebel geradezu mystisch wirken. Ein Pavillon in dem wir gefühlt über Oberharmersbach thronen und den Blick zur Mammut-Vesperbank und hinunter ins Tal mit der imposanten Kirche genießen, setzt den landschaftlichen Schlusspunkt bevor wir mit einer kleinen Dorf-Sightseeing-Tour wieder am Parkplatz landen.

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Aussichtsreiches Oberharmersbach.

Unser Fazit: Eine Wanderung, die durch ihre wunderschönen Installationen aus regionalen Hölzern besticht. Der Weg bietet viele Rastplätze mit liebevoller Ausstattung, die man bei Sonnenschein und gerne auch in einer größeren Gruppe bestens genießen kann. Wir können uns gut vorstellen, dass der Wald im Herbst durch den großen Laubbaumanteil farbenfroh leuchtet.

Infobox:

Länge: 14,2 km

Höhenmeter Aufstieg: 490 m

Höchster/tiefster Punkt: 786 m/296 m

Parkmöglichkeiten: Tourist-Information: Dorf 60 (kostenfrei); Kilwiplatz: ggü. Waldhäuserstraße 6 (kostenfrei); Kunstrasenplatz: auf Höhe Talstraße 1 (kostenfrei)

Anreise mit dem ÖPNV: Ortenau-S-Bahn (OSB): Haltestellen Oberharmersbach-Dorf oder Oberharmersbach-Riersbach; Bushaltestellen: Dorf oder Firma Schöpf. Nutzung der KONUS-Karte sehr empfehlenswert!

Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke: Vesperstube Langenberg (Alternativweg); Kreuzsattelhütte Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen geöffnet; Vesperstube Harkhof; Adventure Mini.Golf.Park; Gasthaus Posthörnle

Genießerpfad-Tipp: Vespereinkauf in Danises Hofladen zu Beginn der Wanderung. Ein hochprozentiger Genuss wartet kurz vor dem Ende der Wanderung auf alle, die noch einen kurzen Abstecher ins Brennhisli machen.

Naheliegende weitere Genießerpfade: Hahn-und-Henne-Runde Zell am Harmersbach, Genießerpfade in Bad Peterstal-Griesbach

 Vielen Dank an die Schwarzwald Tourismus GmbH für die Organisation und Einladung zu diesem Outdoor-Erlebnis im Rahmen einer Pressereise.

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