Kunst und Natur im Vents des Forêts in Lothringen, Maastal

Sportliches Radfahren kombiniert mit Kunstgenuss

Gewollte Irritation im Vents des Forêts

Gewollte Irritation im Vents des Forêts

Wir schnauben mit unseren Mountainbikes den Waldweg hinauf, sehen ein Verkehrsschild, das vor einer Kurve warnt und in einiger Entfernung das Dach eines in einer Senke liegenden weißen Autos bepackt mit braunen Reisekoffern.  „Da hat ein Familienvater auf dem Weg in den Urlaub die Kurve wohl nicht mehr gekriegt“, ist unser Gedanke.
Beim näheren Herankommen merken wir, dass es sich lediglich um ein abgesägtes Autodach handelt. Das Reisegepäck entpuppt sich als verwitterte Holzklötze, auch sind es insgesamt acht Fahrzeuge, angedeutet durch die Fahrzeugdächer. Wir stehen mitten im Vents des Forêts im lothringischen Fresnes-au-Mont im Maastal.

Eines der Werke aus dem Startjahr 1997

Eines der Werke aus dem Startjahr 1997

Das ca.  5000 Hektar große Waldgebiet beherbergt rund 100 Kunstwerke, die man dort auf sieben verschiedenen Rundwegen mit insgesamt 45 km Länge erwandern oder mit dem Mountainbike „erfahren“  kann. 1997 wurde das Projekt gestartet und seither waren rund 180 Künstler eingebunden und jedes Jahr kommen sechs bis zehn neue Kunstwerke hinzu. Mit „Par erreur“ vom polnischen Künstler Maciej Albrzykowski ist z.B. noch ein Werk aus dem Anfangsjahr vorhanden.

Dieses Kunstwerk suchen wir noch!

Dieses Kunstwerk suchen wir noch!

„Der Wald, der selbst bereits viel erlebt hat, gehört der Bevölkerung und wir versuchen hier mit dem Vents des Forêts eine Verbindung zu schaffen, um den hier ansässigen Menschen und den auswärtigen Besuchern Kunst im Wald näher zu bringen“, schildert uns Direktor Pascal Yonet bei unserem Besuch. „Gleichzeitig ist es meine Mission nicht als Museum wahrgenommen zu werden.“

Während wir den 8 km langen „Circuit des Trois Fontaines“ mit dem Fahrrad erfahren, sind wir sehr begeistert wie integriert die Werke in die Natur sind. Auf unserer Landkarte, die es bei der „Mairie“ in Fresnes-au-Mont gibt, sind die nummerierten Kunstwerke auf den sieben Routen eingezeichnet und das Entstehungsjahr sowie der Name des Kunstwerkes ist vermerkt. Die Farbcodierung der einzelnen Rundwege spiegelt sich jedoch im Wald (noch) nicht wider. Die Routen sind durchgängig mit einem grünen „V“ an den Bäumen gekennzeichnet und gelegentlich sind auch die Nummern der nächsten Kunstwerke vermerkt.

Vent des Forêts

„Miss Panoramique“

Blaue Plastikbrüste – gestatten „Miss Panoramique“
Was verbirgt sich wohl hinter dem Titel „L´oeil du Cyclope“ (Nummer 016)? Es macht uns als nicht Kunstversierte einen riesen Spaß uns hier unsere eigene Geschichte auszudenken und uns darüber auszutauschen, welche persönliche Interpretation jedem einfällt oder auch nicht. Bei Werk Nummer 016 sind wir einer Meinung: „Stonehenge“.
Sieben blaue im 360-Grad-Rundum angeordnete Plastikbrüste, die einen tollen Ausblick genießen, entpuppen sich als „Miss Panoramique“ (Nummer 157) – Verblüffung gelungen, da hatten wir doch etwas ganz anderes erwartet! Insgesamt 13 Kunstobjekte sind auf unserer Runde eingezeichnet, wir haben aber nicht alle gefunden, was sicherlich auch eine Besonderheit des Waldes ist. An der einen oder anderen Stelle haben wir auch Kunstwerke vermutet bzw. entdeckt, die zumindest nicht offizieller Bestandteil waren. „Figura Translata“, „Terra/Ciel“ oder „Aire cellulaire“ heißen weitere Werke auf unserer Tour. Was sich dahinter verbirgt, verraten wir an dieser Stelle nicht.

Vent des Forêts

Radeln im Vent des Forêts nicht nur für VTT – Moutain-Bikes

Besonders gut fanden wir auch, dass wir neben dem Entdecken der Kunst an der einen oder anderen Stelle auch sportlich ganz schön gefordert waren. Ab der „Fontaine“ geht es stetig nach oben und die kleinen Stechmücken erfreuen sich an jedem neuen Schweißtropfen – davon gibt es reichlich. Ebenso führt der Weg häufig mitten über wurzeligen Waldboden und auf dem Fahrrad ist Konzentration und manchmal auch Absteigen notwendig. Aber auch beim nächsten Mal werden wir den Forêts sicher wieder per Rad erleben.

Übernachten im Kunstwerk „Le Nichoire“, „Maison Sylvestre“

Charmante Übernachtungsmöglichkeit im "Maison Sylvestre"

Charmante Übernachtungsmöglichkeit im „Maison Sylvestre“

Der französische Designer Matali Crasset hat 2011 ein ganz besonderes Werk geschaffen, ein Waldhaus auf zwei Etagen. Seit Mitte 2013 darf man sich hier auch zum Übernachten einbuchen und „eine Nachterfahrung im Wald machen“, wie Pascal Yonet uns bei der Schlüsselübergabe erklärt. In den angrenzenden Orten z. B. in Lahaymeix sind ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden.

Novitäten 2014
Vom 30. Juni bis 13. Juli werden neun neue Kunstwerke durch die jeweiligen Künstler aufgebaut und man kann beim Gestalt annehmen der Objekte zuschauen. Am Wochenende 12./13. Juli findet die öffentliche Präsentation mit Picknick statt. Es wird Zeit, dass wir mal wieder in den Vent des Forêts fahren, denn es sind einige neue Kunstwerke dazu gekommen. Mittlerweile sind es 90 Überraschungen, die es zu finden gilt. Schreibt uns doch mal in den Kommentaren, was euch am besten gefällt.

 

Mit diesem Artikel nehmen wir an der Blogparade #Outdoorkultur des Blogs KulturNatur teil.

 

 

Die Sonne blitzt durch das Kunstwerk
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Kunstwerk aus Wurzeln und Draht dekoriert mit Centstücken
Vent des Forêts
Vent des Forêts in Lothringen
Vent des Forêts
Kunstwerk in den Lüften
Vent des Forêts
Bei manchen Kunstwerken muss man sehr genau hinschauen
Vent des Forêts
Vent des Forêts
Auch Tiere gibt es im Vent des Forêts
Vent des Forêts
Stonehenge im Vent des Forêts?
Vent des Forêts
Böse Geister?
Vent des Forêts
Vergängliches Kunstwerk im Vent des Forêts
Vent des Forêts
Vorsichtige Annäherung
Vent des Forêts
Romantische Abendstimmung im "Maison Sylvestre"
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"Maison Sylvestre" von innen
Vent des Forêts
Frühstückszeit im Vent des Forêts
Vent des Forêts
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Dieses Erlebnis wurde uns mit freundlicher Unterstützung der zuständigen Pressestelle ermöglicht.

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6 Responses to Kunst und Natur im Vents des Forêts in Lothringen, Maastal

  1. Erstaunlich, welche abwechslungsreichen Unterkünfte Ihr auf Euren Outdoor-Touren so findet: Übernachten im Kunstwerk, im „Grand Ballon“ im Elsass oder im Gurkenfass im Spreewald. Klasse! Ich kann mir vorstellen, dass hier das Erlebnis „Wald“ ganz besonders intensiv ist. Sieht urig aus!

  2. Pingback: Aufruf zur Blogparade „Mein Outdoor-Kulturtipp“ #OutdoorKultur – KulturNatur

  3. Nadine says:

    Liebe Silke, lieber Thomas,

    das hört sich schön an. Und klingt nach mindestens einer Halbtagesaktivität? Empfandet ihr es als schwierig, die einzelnen Exponate zu finden? – Das klingt ja zwischen den Zeilen etwas so an. Und sagt mal, wisst ihr zufällig, ob weiterhin jedes Jahr dort neue Kunstwerke eingebunden werden?
    Schön, dass ihr diesen Tipp in meiner Blogparade zur #OutdoorKultur mit uns teilt. Vielen Dank dafür, viele Grüße aus München, Nadine

    • Outdoor Hochgenuss says:

      Hallo Nadine,
      es freut uns, dass dir unser Tipp gefällt. Du solltest wirklich mindestens einen Tag einplanen. Noch besser ist es, in einem der Kunstwerke zu übernachten, wie wir es auch getan haben.
      http://outdoor-hoch-genuss.de/schlafen-im-le-nichoir-lothringen/
      Auf der Webseite des Vents gibt es immer aktuelle Neuvorstellungen und wie es aussieht, sind 2015 auch wieder einige Exponate dazu gekommen. Anhand der Karte, die man vor Ort bekommt, sind die Kunstwerke schon einfach zu finden, nur manchmal ist ja Kunst nicht gleich als solche zu erkennen. 😉
      Falls du mal dort bist, erzähl uns doch bitte, wie es dir gefallen hat.

  4. Pingback: Outdoor-Hochgenuss-2014 - outdoor-hochgenuss.de

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