Schwarzwälder Genießerpfad – Karlsruher Grat

Auf Geniesserpfaden durch den Schwarzwald

Abwechslungsreiches Wandern auf schmalem Pfad

Wer Spaß an blutdrucksteigernden Kletterpassagen hat, dessen Herz schlägt beim Karlsruher Grat bei Ottenhöfen auf jeden Fall höher. Die rund 12 km lange Wanderung ist die bisher anspruchsvollste und anstrengendste Tour auf unseren erwanderten Schwarzwälder Genießerpfaden. Die Wanderung durch typische Schwarzwaldlandschaften hat vielfältige Sinneserlebnisse zu bieten: die tragisch gruselige Sage an den „Edelfrauengrab-Wasserfällen“, eine herausfordernde Kletterpartie über den Karlsruher Grat, atemberaubende Ausblicke in die romantische Schwarzwaldszenerie und als kleines Schmankerl auch einen Schnapsbrunnen.

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Schaurig schön, die „Edelfrauengrab-Wasserfälle“

Schauriger Einstieg am „Edelfrauengrab“

An unserem Startpunkt am „Edelfrauengrab“ (Parkplatz Schotterwerk) tauchen wir gleich ein in einen der Höhepunkte dieses Genießerpfades, die „Edelfrauengrab-Wasserfälle“. Der schmale Schotterweg führt uns durch den fast schon märchenhaft wirkenden Wald bergan. Wir überqueren kleine Holzbrücken und das Wasser des Gottschlägbachs rauscht gewaltig unter uns. Die 45 m hohen „Edelfrauengrab- Wasserfälle“ erhielten ihren Namen von einer alten Sage, die vom Ritter Wolf von Bosenstein und seiner untreuen wie auch hochmütigen Frau handelt. Wir lesen die Sage direkt an Ort und Stelle und uns läuft ein Schauer über den Rücken. Nichts wie weiter, um die schaurigen Gedanken zu vertreiben. Wir queren weitere Stege und Brücklein und wandern über Stufen vorbei an großen moosbewucherten Steinen und Ästen. Das frische Gurgeln des Bachs trägt uns durch den Wald und wir gelangen auf dem Weg zum Grat an das „Romantische Brückle“, das seinem Namen alle Ehre macht.

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Idylle pur am „Romantischen Brücklein“

 

Unser Weg führt jedoch nicht über die kleine Brücke, sondern daran vorbei, wir queren eine Lichtung und kommen ins Gottschläg-Tal. Ein Wegweiser kündigt den Karlsruher Grat in rund 1,5 km an. Der nun breite Schotterweg führt parallel zum Bach, der sich auch hier entlang windet – nun jedoch zahm plätschernd. Im oberen Teil des Tals lockt uns ein Schnapsbrünnlein, bestückt mit Topinambur, Schwarzwälder Kirschwasser und weiteren hochprozentigen Bränden. Wer will kann sich hier Mut „antrinken“ für die nahende Kletterpassage am Grat – Achtung vor drohendem Koordinationsverlust.

Flüssige Wegzehrung an einem Schnapsbrunnen.

Flüssige Wegzehrung an einem Schnapsbrunnen.

Der „Karlsruher Grat“ lockt mit zwei Begehungsalternativen

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Schmaler Pfad auf dem Karlsruher Grat

Der Weg zum Grat führt uns direkt am Schnapsbrunnen links in den Wald hinein und nach kurzer Strecke gelangen wir auf den Aussichtsfelsen „Herrenschrofen“ mit einem herrlichen Blick ins Gottschlägtal. Der Weg ist steinig mit vielen Wurzeln und kleineren Felsen durchzogen und gesäumt von vielen Eichen. Diese gaben dem „Karlsruher Grat“ auch seinen ursprünglichen Namen: „Eichhalden First“. Oben am „Karlsruher Grat“ (665 m) angelangt, splittet sich der Weg und wir müssen uns entscheiden. Zur Wahl stehen die rund 400 Meter lange ungesicherte Kletterpassage über den teils sehr schmalen Grat, auf dem man stellenweise gerade noch eine fußbreite Trittfläche hat. Wir nehmen die Herausforderung an, aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit kombiniert mit festen, möglichst knöchelhohen Wanderstiefeln sind hier ein Muss. Spätestens hier ist die Tour kein Spaziergang mehr, aber wir genießen den Balanceakt und das Adrenalinbad.

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Gute Alternative für nicht Schwindelfreie!

Nicht Kletterpassionierte können die Kletterpassage umgehen, beide Wegvarianten treffen hinter dem Grat wieder aufeinander. Nachdem wir den luftigen Grat gemeistert haben, tauchen wir wieder ein in den Eichenwald, hier stoßen hier auch wieder auf die Gratumgeher. Ein kurzes Stück weiter Berg an kommen wir am „Bosensteiner Eck“ mit Einkehrmöglichkeit an. Hier treffen wir auf einen weiteren Genießerpfad, den „Bosensteiner Almpfad“, den wir uns jedoch für später aufheben.

 

Ausblick am „Brennten Schrofen“ hinunter nach Ottenhöfen

Wir schlagen den Weg nach links ein, vorbei an einer großen Wiese mit Kühen entlang der Weidekoppeln – Allgäu-Feeling kommt in uns auf.  Der steinige und steile Weg bringt uns wieder durch den Wald zu unserem nächsten Zwischenziel den „Brennten Schrofen“. Dort steht eine üppige, neue Schutzhütte – ein geniales Plätzchen für eine Vesperpause und vom Aussichtsfelsen haben wir freie Sicht: nach Ottenhöfen, in die Rheinebene und die bewaldete Seite des „Karlsruher Grats“. Weiter geht es auf dem Weg Berg abwärts und der Abschnitt ist gespickt mit glitschigen Steinen und Felsen. Wir kommen auf den Grenzweg (670 m) und eine Ausschilderung nach rechts kündigt Sasbachwalden in rund 2 km an. Schnapskirschenbäume säumen den Wegesrand, zur Erntezeit werden sie vom Baum geschüttelt und sind Grundlage für das Schwarzwälder „Lebenselexier“ Kirschwasser. Der Weg führt uns zum „Kleineck“ mit malerischem Blick rechts auf Seebach und links nach Ottenhöfen. Kurz darauf stoßen wir, nun schon Asphalt unter den Stiefeln, auf einen Abzweig zu unserem Startpunkt „Edelfrauengrab“.

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Aussichts“balkon“ am Brennten Schrofen

 

Abschluss-Sightseeing in der Hammermühle und der Kirche

Wir bleiben aber weiter auf dem Genießerpfad hinab nach Ottenhöfen, kommen vorbei am alten Schwimmbad und einem typischen Schwarzwaldhaus hinein ins Mühlendorf – bis zur Ortsmitte ist es noch rund 1 km. Wir wandern wieder entlang des Gottschlägbachs, der hier in Ottenhöfen eine historische Hammermühle antreibt. 1982 wurde die Restaurierung der Mühle vom Schwarzwaldverein initiiert. Wir treffen dort das Vereinsmitglied Klaus Bohnert, der uns stolz das Innenleben der Mühle präsentiert: „Damit wir das Wasserrad wieder laufen lassen konnten, haben wir eine Stahlwelle eingebaut“ erklärt er uns stolz. Eine Vesperbank mit Blick auf das Mühlrad lädt nochmal zum Rasten ein und wer die norwegischen Stabkirchen nicht kennt, hat Gelegenheit eine Schwarzwälder Nachempfindung zu besichtigen. Wir beenden hier unsere Genießerpfad-Runde, wer wieder zurück zum Ausgangspunkt dem Parkplatz möchte beenden möchte, folgt der guten Ausschilderung mit dem Genießerpfad-Symbol (roter Bollenhut in der Raute).

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In der Hammermühle geht es heiß her.

 

 

 

Vielen Dank an die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg für die Unterstützung.

 

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