Mit dem E-Bike auf den Spuren der Mandelblüte

Genussradeln mit dem E-Bike durch die Pfalz

Genussradeln mit dem E-Bike durch die Mandelbäume in der Pfalz.

Das Frühjahr wird in der südlichen Pfalz mit der Mandelblüte eingeläutet.

Der Pfälzer Mandelpfad schlängelt sich auf rund 77 km durch die südliche Pfalz und zieht im Frühjahr mit den zarten Mandelblüten in rosa und weiß in seinen Bann. Der Beginn der Blüte, je nach Wetter zeigen sich die zarten Knospen ab ca. Mitte März, ist der Auftakt für die Frühjahrs-Festsaison, bei der natürlich auch der Pfälzer Wein nicht fehlen darf. 2016 zeigt sich durch die warmen Temperaturen bereits um den 12. Februar die wundervolle Blütenpracht. Vielzählige kulinarische und sonstige Genuss-Veranstaltungen widmen sich der Mandelblüte im Rahmen der sogenannten Rosa Wochen. Wir haben uns die Blütenpracht 2015  vom Fahrrad aus angesehen und dabei noch viele weitere Genussentdeckungen für Augen, Ohren und Zunge gemacht. Unsere Rundtour führte von Landau über Bornheim, weiter nach Venningen, Edenkoben, hinauf zur Villa Ludwigshöhe, nach Rhodt und zurück auf insgesamt ca. 43 km. Unterwegs waren wir sozusagen mit einem „Rundherum-Glücklich-Paket“ von Genussradeln Pfalz, da wir uns von einem Pfalzkenner die Region zeigen lassen wollten.

Genussradeln mit dem E-Bike durch die Pfalz

Genussradeln in der Pfalz mit E-Bikes von bellorange



Bornheim ein Storchenparadies mit vielen weiteren Schönheiten
Von Landau aus gestartet, kommen wir nach rund 6 km in den hübschen Ort Bornheim. Hier lässt man am besten das Fahrrad stehen und entdeckt die vielen Besonderheiten zu Fuß. Zudem ist es die sicherste Variante, um sich durch das Dorf zu bewegen, denn zu oft geht der Blick Richtung Himmel wo man eine Vielzahl von Störchen sehen kann. 16 Nester sind Dank dem Verein Aktion Pfalzstorch hier zu entdecken und „alle Nester sind aktuell besetzt“, erläutert uns Norbert Arend unser heutiger Tourguide und 2. Vorsitzender des Vereins. „Gestartet wurde das Wiederansiedelungsprojekt für Störche hier in Bornheim 1994 auf Initiative des damaligen Bürgermeister Dieter Hörner nachdem der Storch bis 1970 in der Pfalzregion heimisch war“, erklärt Norbert Arend weiter. Es macht uns viel Spaß im Ort die vielen Nester zu entdecken und mit viel Geduld auch die kleinen weißen Köpfe der Küken weit oben zu entdecken. Die schönste Zeit ist April bis Juni, wenn die Kleinen dann mutig und keck aus den Nestern schauen. Auch das laute Schnabelklappern ist im Ort nicht zu überhören. Ganz nah, kann man die Störche in der Pflegestation im Ort beobachten, hier werden nach wie vor kranke und verletzte Störche wieder aufgepäppelt.

Genussradeln mit dem E-Bike durch die Pfalz

Storchennest auf einer Scheune

Genussradeln mit dem E-Bike durch die Pfalz

Der Storch beherrscht das Dorfbild.

Genussradeln mit dem E-Bike durch die Pfalz

Storchennest mit Sonnenheizung. 🙂

 

Individuelle Straßenlaternen und ein Saubrunnen der es in sich hat
Ein weiterer Hingucker sind die Straßenlaternen, keine gleicht der anderen denn bei jeder Leuchte sind zusätzliche Symbole angebracht, die etwas über die Herkunft des Hauses sagen. So sind an der Rathaus-Laterne z.B. viele Stempel befestigt.

Saubrunnen Bornheim

Erläuterungen am Saubrunnen Bornheim.


Der „Saubrunnen“ gestaltet von Professor Gernot Rumpf strapaziert den Auslösefinger an der Kamera. Ein Engelsschwein, ein gehörntes Schwein, Schweinkopf und viele Formationen mehr gibt es hier zu entdecken. Auch hier hat Norbert spannende Details auf Lager, die uns so gar nicht aufgefallen wären. Beispielsweise wurde für eine Besuchsdelegation schon mal ein Fässchen Wein an den Brunnen angeschlossen und der hohe Besuch war völlig fasziniert von dem Gedanken, dass es hier einen kostenfreien Weinbrunnen gibt.
Auch dem alten Schulhaus sollte man unbedingt einen Besuch abstatten. Hier befindet sich nun der „Gasthof Lehrer Lämpel“ und auf der Terrasse gibt es alle Wilhelm Busch Figuren zu entdecken. Max und Moritz grinsen frech über den Zaun, die Maikäfer krabbeln am Torbogen entlang und die Hähnchen, schwingen in luftiger Höhe.

Max und Moritz und Michael

Wer gehört nicht dazu?

Essigduft liegt in der Luft
Unseren nächsten Stopp machen wir in Venningen, auf dem Weg dorthin fahren wir durch die Reblandschaft, entdecken das Schloss Hambach gar nicht weit entfernt. Wer ein Vesper dabei und vielleicht zwischendurch in einem der Dörfer auf einem kleinen Weingut schon ein Fläschchen Pfälzer Wein gekauft hat, findet viele Gelegenheiten für ein genüssliches Picknick.

Picknickplatz mit Aussicht auf Wein und Berge.

Picknickplatz mit Aussicht auf Wein und Berge.


In Venningen stellen wir unsere Räder beim „Doktorenhof“ ab, dem berühmtesten Essigweingut der Welt. Die edlen Essigrezepturen in den kreativen Flaschen fehlen in nahezu keiner Sterneküche. Die erlesene Essigmanufaktur befindet sich in einem wundervoll restaurierten alten Bauern- und Winzerhaus und die liebevoll und stimmige Dekoration lädt zum Verweilen ein. Auf dem Hof gibt es einen kleinen Essiginhalations-Pavillion und wie uns der Chef des Hauses Georg Wiedemann erklärt dienen die hochwertigen Essigkreationen nicht nur der Verfeinerung von Speisen, sie sind wohlschmeckender Aperitif oder Digestiv und sie beeinflussen unseren Organismus positiv. Alle Essige des Hofs basieren auf den eigenen Trockenbeerenauslesen, die Trauben dafür werden im eigenen Weinberg der Familie ökologisch angebaut.

Trinkessig Verkostung

Trinkessig Verkostung

Wir verkosten einen Feigenessig und Georg Wiedemann erläutert uns hierbei auch das eigens konzipierte und in Handarbeit hergestellte Verkostungsglas: „Wir haben ein langstieliges, graziles Glas mit einem kleinen eigens konzipierten Kelch mit Kegel darin entwickelt. Dies bewirkt, dass der Essig die Zungenspitze nur ganz zart benetzt und wir den Essig in Kleinstmengen konsumieren. Wir alle sind sehr beeindruckt welche Aromaexplosion sich auf unserer Zunge abspielt. Die Essige werden zur Reife zwischen 5 und 30 Jahren im Barriquefass gelagert bevor dann die Früchte und Kräuter eingelegt werden, die zur jeweiligen Geschmacksnote beitragen. Auch vom Himbeeressig sind wir ganz fasziniert und erfreuen uns an dem likörartigen intensiven Geschmack. Der Doktorenhof hat einen großen internationalen Bekanntheitsgrad und so ist insbesondere am Samstag mit einem gewissen Andrang zu rechnen.

Essig-Wasser-Saft-Mischung

Als Erfrischung gibts eine Essig-Wasser-Saft-Mischung für uns Radler.

Mandelprachtstraße in Edenkoben
Eine Mittagspause gönnen wir uns in der Edelbrennerei Göring in Edenkoben. Hier kommen wir als angemeldete Gruppe auch mittags in den Genuss von Flammkuchen mit Speck oder Schafskäse. Ansonsten hat die Weinstube Freitag bis Sonntag ab 17 Uhr geöffnet. Eine Verkostung der edlen Brände ist im hübschen Laden möglich. Dort wollten wir unbedingt passend zur Mandelblüte einen Mandellikör in pink verkosten – sehr leckere Marzipannote! Hausherr Nikolaus Göring hätte uns gerne noch weitere seiner Köstlichkeiten versuchen lassen, aber mit dem E-Bike unterwegs, ist doppelte alkoholische Vorsicht geboten.

Mandelblütenlikör

Mandelblütenlikör der Edelbrennerei Göring.

Am Ortausgang von Edenkoben in Richtung Villa Ludwigshöhe (ja die Pfalz war wenn auch nur für kurze Zeit mal bayrisch) fahren wir durch eine Mandelpracht-Allee. Wundervoll wie sich die Bäume hier mit tausenden Blüten in verschiedenen Rosatönen und weiß präsentieren. Zugegebenermaßen ist hier einiges los und da die Straßen für Pkws leider nicht gesperrt ist, muss man sich hier neben der Blütenpracht auch auf den Straßenverkehr konzentrieren. Die entspannteste Variante ist es, das Fahrrad auch hier abzustellen, die Mandelmeile entlang zu schlendern und dabei auch an einem der vielen Verpflegungsstände einzukehren.

Auf der Mandemeile in Edenkoben

Auf der Mandemeile in Edenkoben

Villa Ludwigshöhe mit dem E-Bike null Problem
Mit einem E-Bike ausgestattet, ist der längere Anstieg zur Villa Ludwigshöhe wirklich kein Problem und wer wie wir zu eitel ist, den Turbo-Modus, die stärkstes Unterstützungsstufe einzuschalten, der muss dann auch neidlos die fitten Senioren an sich vorbeiziehen lassen. Oben angekommen bietet sich vor der im italienischen Stil gebauten Villa ein herrlicher Blick nach Rhodt, Landau, hinüber zur Anna-Kapelle und neben den Reben auf die vielen Kastanienbäume, die die Bayern ebenfalls mit in die Pfalz gebracht haben. Rund 2000 Bäume ließ Ludwig während seiner Herrschaft anpflanzen. Über Edenkoben geht es dann weiter nach Rhodt.

Ausblick von der Villa Ludwigshöhe

Ausblick von der Villa Ludwigshöhe

Ältester Weinberg der Welt und ein Dorf in dem Fahrräder aus der Wand wachsen
Rhodt ist ebenfalls ein hübscher Ort, durch den sich gerade auch zur Mandelblüte viel Verkehr schlängelt. Am Ortsende ist rechter Hand mit rund 400 Jahren der älteste Weinberg der Welt zu sehen. Die kleine Anlage gehört zu den 10 Weinkulturdenkmälern Deutschlands und noch immer werden hier im Herbst zwischen 90 und 200 Liter Gewürztraminer gelesen.

Der älteste Weinberg der Welt.

Der älteste noch ertragbringende Weinberg der Welt.


Über das malerische Hainfeld mit vielen barocken Figuren in den Hausgauben gelangen wir nach Roschbach. Dort sind bunte Fahrräder quer durch den Ort künstlerisch in Szene gesetzt und wir können im Vorbeifahren immer neue Kunstwerke wie z.B. das Skelettrad oder ein hübsche Blumenrad entdecken. Nach ca. 43 km kommen wir wieder in Landau an, der Batteriestatus unseres E-Bikes zeigt noch 3 Balken (von fünf) und nun wollen wir ein deftiges Abendessen genießen.

Kunst am Rad in Roschbach

Kunst am Rad in Roschbach

 

 

Wir verabschieden uns von unserem Guide Norbert und der Gruppe auf die nach einer kleinen Pause noch eine Weinverkostung bei einer renommierten Winzerfamilie wartet. Auch hier hat Norbert die Organisation perfekt im Griff, denn seine Gäste werden mit dem Taxi dorthin chauffiert und wieder abgeholt damit sie sich den feinen Tropfen aus der Pfalz völlig sorgenfrei widmen können.

Raddegaggl – die Weinstube mit dem unaussprechlichen Namen
Wir sind gespannt was uns in der Weinstube Raddegaggl erwartet, unter diesem Namen können wir uns irgendwie so gar nichts vorstellen.
Die Speisekarte schließt unsere Wissenslücke um den/das/der Raddegaggl aber schnell:
Der Name des Lokals wurde aus dem Begriff „Raddegiggl“ abgeleitet. Dies war ursprünglich die Bezeichnung für einen schlechten trockenen Wein. Diesen Wein gibt es auch heute noch unter der Markenbezeichnung „Raddegiggl forzdrogge“. Der Einladung von Wirt Heiko Pacyna, den Wein auch zu verkosten, kommen wir doch gerne und umgehend nach. Lecker, ein süffiger Wein ohne großes Gehabe, aber definitiv kein schlechter trockener.

Raddegiggl forzdrogge

Raddegiggl forzdrogge – gar nicht sooo schlecht.

Für diese schlechte Kategorie Wein haben wir Schwaben übrigens auch einen Begriff: „Semsagrebsler“. Uns gefällt es ausgesprochen gut in der gemütlichen Pfälzer Weinstubb und der Raddegaggl Teller bestehend aus Pfälzer Saumagen, Leberknödel, Bratwurst, Sauerkraut und Bratkartoffeln schmeckt uns ausgezeichnet. Aber die Küche vom Raddegaggl bietet nicht nur Pfälzisches auch das Cordon Bleu mit Limburger und das Pfeffersteak sind feine Gaumenstreichler.
Ein echter Blickfang ist auch die Deckenausstattung direkt über der Theke. Hier wurden echte Fässer verarbeitet und die Krümmung des ursprünglich gebogenen Holzes kann man noch gut erkennen – selbst anschauen lohnt!

Weinstube Raddegaggl

Weinstube Raddegaggl

Wir bedanken uns bei Michael, Norbert und Achim für die gute Organisation dieser Tour.

 

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